2021 ist fast der gesamte Inhalt dieser Site politisch & gesellschaftlich inkorrekt – aber der Name ist korrekt gegendert 

Fachausdrücke – vereinfacht

Mortalität
Die Mortalität ist die Sterblichkeitsrate, die meistens in Prozent angegeben wird und sich auf die Gesamtbevölkerung rechnet. In Ausnahmefällen wird sie aber auch als feste Größe angegeben.

Anmerkung:
Wichtig ist in beiden Fällen die Referenz dazu zu nennen. Eine Mortalität von 70 Menschen in einer Gemeinde mit 100 Mitgliedern ist etwas anderes, als in einer Großstadt. Auch Prozentangaben sind ohne Referenz nicht aussagekräftig. Jedenfalls dürfte kein Land Stand April 2021 mit Covid-19 die 1%-Hürde schaffen.

Um ein daran angelehntes Beispiel zu beschreiben: wenn man liest, dass die USA 1000 Corona-Fälle pro Tag haben, dann sollte man erstmal kurz durchatmen und dann rechnen. Fangen wir mal bei Deutschland an, da man sich das vielleicht besser vorstellen kann, als ein Land, das man ggf. noch nie besucht hat. In Deutschland sterben täglich (abgerundet) etwa 2500 Menschen (an allem Möglichen). Deutschlands Bevölkerung ist grob 1/4 von dem der USA, somit „dürfen“ in den Staaten 10.000 Menschen täglich sterben. Wenn nun also über einen längeren Zeitraum diese Zahl annähernd gleich bleibt, dann besteht kein Grund sich zu ängstigen. Zumal diese 1000 Corona-Fälle ja nicht automatisch krank oder gar tot sind. 

Letalität
Dies ist die Tödlichkeit eines Erregers, ebenfalls in Prozent ausgedrückt. Das bedeutet, wie viele Infizierte sterben. Heutzutage häufiger als Fallsterblichkeit 2 oder Fallmortalität bezeichnet. Eigentlich der wesentlich wichtigere Wert. Allerdings wie aus Anmerkung 1 zu erkennen, sollte die Letalität 3 noch mehr und immer im Kontext gesehen und auf keinen Fall mit der Mortalität verwechselt werden. Mittlerweile werden 100.000 Menschen als Berechnungsgrundlage genutzt – das war anfang 2020 teilweise auch nicht der Fall – sodass der Bezug gleich ganz fehlte. Trotzdem sollte auch hier bedacht werden, dass 100.000 Berechnungsgrundlage immer noch hoch ist, dass wir andererseits aber auch eine Bevölkerungsdichte von über 83 Mio. haben, und was man ebenfalls nicht außer acht lassen darf: die Entwicklung der Bevölkerung und der Altersstruktur.

Anmerkung:

  1. Die Prozente der Letalität können u.U. irritierend dramatisch wirken. So gab es in Frankreich bei der Sars-1-Pandemie, eine Letalität von 14%. Würde man hier Mortalität und Letalität verwechseln, hätte Frankreich Massengräber ausheben müssen. Gestorben ist letztendlich jedoch ein Mensch. Infiziert waren sieben.
  2. Die Letalität beim berühmt berüchtigten Ebola-Virus liegt bei bis zu 90%. Wobei Ebola wieder nur der Familienname ist. Hier gibt es ebenfalls verschiedene Typen und Subtypen. So ist das für 90% verantwortliche Virus der Kongo-Typ. Es gibt auch einen Ebola-Typ, der keine Human-Pathogenität aufweist: Reston-Ebola.4

Infektiosität
Die Infektiosität 5 beschreibt die Fähigkeit eines Krankheitserregers, nach erfolgter Übertragung einen Wirt auch tatsächlich zu infizieren. Sie ist abhängig von den Eigenschaften eines Erregers, z.B. seiner Fähigkeit zur Adhäsion (anhaften) an Körperoberflächen oder zur Invasion ins Gewebe. Diese Pathogenitätsfaktoren bestimmen die Geschwindigkeit, mit der ein Erreger sich im Wirtsgewebe etabliert. Die Infektiosität wird unter anderem durch die Parameter: Basisreproduktionszahl 6 (R0-Wert) und minimale Infektionsdosis 7, also die Anzahl neugebildeter Pathogene pro Zelle definiert. Dies müsste ebenfalls – neben dem Ct-Wert 8 bei der Handhabung und Auswertung des PCR-Tests 9 – berücksichtigt werden.

Infektionsrate
Die Rate ist das Maß für die Ausbreitung einer Krankheit, gemessen an der Zahl der (Neu-)‍Infektionen in einem bestimmten Zeitabschnitt. Sie wird in Verbindung mit: gering, niedrig, hoch oder exponentiell genannt, da sich keine feste Größeneinheit festlegen lässt.

Inzidenz
Diese beschreibt die „Neuerkrankungsrate10 an einer bestimmten Krankheit. In den meisten Fällen ist die „Kumulative Inzidenz11 gemeint. Diese ist Maßzahl dafür, wie viele gesunde Menschen einer definierten Bevölkerungsgruppe (z.B.: alle Bewohner Wiens/ Deutschlands/Europas; alle 25- bis 50-jährigen Männer, oder nicht-rauchenden Australier) innerhalb eines bestimmten Zeitraumes an einer bestimmten Krankheit neu erkranken. Personen die vor diesem Zeitraum erkrankt sind oder erneut erkrankte Personen nachher, werden nicht in die Berechnung einbezogen. Diese werden in der Prävalenz (s.u.) erfasst.
Anhand der kumulativen Inzidenz kann man die Wahrscheinlichkeit abschätzen, mit der eine Person aus der betrachteten Personengruppe an der Krankheit erkrankt.
Wichtig! Es geht um tatsächliche ERKRANKUNG!!!!! Positive Testergebnisse sollten keine Inzidenz sein!

Prävalenz
Die Prävalenz 12 ist neben der Inzidenz eine der epidemiologischen Kennzahlen. Der Begriff wird meist im Sinne einer Stichtagsprävalenz 13 verwendet. Diese gibt an, wie viele Menschen einer Gruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer bestimmten Krankheit litten (Krankheitshäufigkeit), also z.B. wie viele Deutsche am 1. Januar 2020 Lungenkrebs hatten. Neben der Stichtagsprävalenz wird in manchen Fällen auch die Perioden- bzw. (Strecken-)prävalenz erfasst (d.h. wie viele Personen in einer Woche an einer Norovirus-Infektion erkrankt sind). Varianten der Periodenprävalenz wiederum sind die Jahresprävalenz (Erkrankte Personen in einem Jahr) oder die Lebenszeitprävalenz (Zahl der Personen, die zum Untersuchungszeitpunkt einmal in ihrem Leben an einer bestimmten Erkrankung gelitten haben).

Also: Die Inzidenz beschreibt die Neuerkrankung, die Prävalenz die bestehende Krankheit.

7-Tage-Inzidenzwert
Der Inzidenzwert hat nicht viel mit der Inzidenz zu tun. Es handelt sich um eine politisch festgesetzte Größe und basiert auf positiven Testergebnissen. Was man sich vor Augen führen sollte ist, was eine 7-Tages-Inzidenz von – um es einfach zu machen – 100 bedeutet. Es geht dabei um 100 Positivgetestete auf 100.000 Individuen in sieben Tagen – das hört sich im ersten Moment gar nicht so schlecht an, aber wenn man - wie im Mathe-Unterricht mal gelernt - die Nullen wegkürzt, dann bekommt das schon ein etwas anderes Gesicht. Dann ist das nämlich 1 Positiver auf 1000 innerhalb von SIEBEN Tagen. Wenn dann auch noch eine Person mehrmals innerhalb einer Woche positiv getestet wird – was tatsächlich als MEHRERE Tests 14 und NICHT EINE Person in die Statistik eingeht, dann hat man eine 100er-Inzidenz schnell mal erreicht. 

Hinter dem Link verbirgt sich eine Seite des RKI, auf der im letzten Satz genau darauf hingewiesen wird. Dem hat Correktiv hier 15 noch widersprochen.

Links:

  1. https://flexikon.doccheck.com/de/Mortalit%C3%A4t
  2. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1101385/umfrage/sterblichkeitsrate-ausgewaehlter-virusausbrueche-weltweit/
  3. https://flexikon.doccheck.com/de/Letalität
  4. https://www.aerzteblatt.de/archiv/1540/Affen-mit-Ebola-Reston-Virus-infiziert
  5. https://flexikon.doccheck.com/de/Infektiosit%C3%A4t
  6. https://flexikon.doccheck.com/de/Basisreproduktionszahl
  7. https://flexikon.doccheck.com/de/Minimale_Infektionsdosis
  8. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/10/22/ct-wert-als-mass-fuer-die-infektiositaet
  9. interner Link: PCR
  10. https://flexikon.doccheck.com/de/Inzidenz
  11. https://www.kardiologie.org/ploetzlicher-herztod/akutes-koronarsyndrom/6-faktoren--die-nach-einem-infarkt-fuer-hohes-herztod-risiko-spr/18671736
  12. https://flexikon.doccheck.com/de/Pr%C3%A4valenz
  13. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/76309/umfrage/behandlungsdiagnosen-stichtagspraevalenz-in-hausarztpraxen/
  14. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Testzahl.html
  15. https://correctiv.org/faktencheck/2021/03/02/corona-fallzahlen-des-rki-sind-auf-personen-bezogen-nicht-auf-die-anzahl-der-durchgefuehrten-tests/